2016 - 105 Jahre Internationaler Frauentag

07. März 2016

Im August 1910 trafen sich mehr als 100 Frauen aus 17 Nationen zur II. Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen. Auf Antrag von Clara Zetkin beschloss die Versammlung einstimmig, einen eigenen Kampftag zur Durchsetzung frauenpolitischer Forderungen einzuführen.

1911 gingen in Deutschland und anderen europäischen Ländern die Frauen erstmals für ihre Interessen auf die Straße. Allein in Berlin fanden 45 Kundgebungen mit 45.000 Teilnehmer_innen statt.

Zunächst stand das Frauenwahlrecht im Mittelpunkt der Forderungen.

Im November 1918 setzte Rat der Volksbeauftragten, die SPD geführte provisorische Übergangsregierung des Reichs, das Frauenwahlrecht durch.

Der Kampf geht weiter – die Forderungen ändern sich

Schließlich war das Frauenwahlrecht nur eine, wenn auch zentrale Forderung der deutschen Sozialistinnen. In Deutschland forderten die Frauen in der Weimarer Republik Arbeitszeitverkürzungen bei vollem Lohnausgleich, gleichen Lohn für gleiche Arbeit, und den legalen Schwangerschaftsabbruch.

Die Kernforderungen sind immer noch aktuell

Diese Forderungen blieben auch in der Bundesrepublik aktuell, aber in Westdeutschland taten sich die Sozialdemokratinnen schwer, angesichts des kommunistischen Unrechtsregimes in Ostdeutschland an die sozialistische Tradition des Frauentags anzuknüpfen.

Es hat ein bisschen gedauert, bis sich der Westen von dieser Sichtweise gelöst hat und die westdeutschen Frauenorganisationen begriffen haben, dass der Frauentag keine parteipolitische Veranstaltung war oder ist. Seit etwa 1994 setzt sich der Frauentag als Tag der frauenpolitischen Forderungen mehr und mehr wieder durch.

Wir haben inzwischen im Vergleich zu 1911 viel erreicht. Dazu hat nicht zuletzt die Sozialdemokratin Elisabeth Selbert beigetragen, die die Gleichberechtigung als Verfassungsauftrag durchgesetzt hat.

Aber es bleibt auch noch viel zu tun. Die Forderung nach Arbeitszeitverkürzungen bei vollem Lohnausgleich, um mehr Zeit für Familie zu haben, ist wieder hochaktuell. Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit ist noch lange nicht erreicht – um nur einige wichtige Beispiel zu nennen.

Reicht da ein Tag im Jahr?

Sicher nicht. Frauen in Parteien, Verbänden, Bürgerinitiativen und Aktionsbündnissen vertreten das ganze Jahr über beharrlich und nachdrücklich ihre Interessen. Aber es weckt doch immer noch Aufmerksamkeit, wenn an einem Tag im Jahr die z.T. durchaus unterschiedlichen Interessen gebündelt thematisiert und öffentlich gemacht werden - und wenn an einem Tag im Jahr auch öffentlich klar gestellt wird: Trotz aller Unterschiede – Frauen sind bereit, gemeinsam für ihre Interessen einzutreten und zu kämpfen.

Hoch lebe die Frauensolidarität!

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